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Stundenzettel digital: So gelingt der Umstieg auf der Baustelle

Der Stundenzettel auf Papier ist schnell erklärt und schwer loszuwerden. Er liegt im Fahrzeug, wird am Freitag aus dem Gedächtnis ausgefüllt und im Büro abgetippt. Der Umstieg aufs Smartphone spart Zeit auf beiden Seiten – wenn er richtig eingeführt wird. Dieser Artikel beschreibt, worauf es dabei ankommt.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Digitale Stundenzettel sparen vor allem im Büro Zeit: Nichts muss mehr abgetippt, entziffert oder hinterhertelefoniert werden.
  • Entscheidend für die Akzeptanz ist die Bedienung auf dem Smartphone: Einstempeln muss mit einem Fingertipp gehen, ohne Schulung und ohne App-Store-Hürde.
  • Hat der Betrieb einen Betriebsrat, bestimmt er bei der Einführung mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG). Standortverfolgung ist datenschutzrechtlich heikel und für die Zeiterfassung nicht nötig.
  • Führen Sie das neue System mit einem Stichtag ein, lassen Sie Papier und App höchstens zwei Wochen parallel laufen und prüfen Sie in den ersten Wochen täglich, ob alle Tage erfasst sind.

Was der Papierzettel wirklich kostet

Der Zettel selbst kostet nichts. Teuer ist, was um ihn herum passiert. Rechnen Sie für Ihren Betrieb einmal nach:

  • Abtippen im Büro: Bei zehn Mitarbeitern und fünf Minuten pro Zettel und Woche sind das über 40 Stunden im Jahr – nur für die Übertragung.
  • Nachfragen: Unleserliche Zahlen, fehlende Tage, vergessene Pausen. Jede Rückfrage unterbricht jemanden auf der Baustelle.
  • Erinnerungslücken: Wer am Freitag die Woche nachträgt, schätzt. Geschätzte Zeiten sind für die Lohnabrechnung ungenau und für den Kunden nicht belegbar.
  • Verlorene Zettel: Nass geworden, im Fahrzeug liegen geblieben, beim Kunden vergessen.
  • Späte Übersicht: Überstunden und Minusstunden sieht das Büro erst am Monatsende – zu spät, um gegenzusteuern.

Was Monteure von einer Zeiterfassung brauchen

Die Software wird im Büro ausgesucht, aber auf der Baustelle benutzt. Prüfen Sie jede Lösung aus der Sicht des Monteurs, der mit kalten Händen vor dem Fahrzeug steht:

AnforderungWorauf achten
Ein Fingertipp zum EinstempelnDie Stempeluhr liegt auf dem Startbildschirm, nicht drei Menüs tief
Kein App-Store-ZwangPrivate Handys mit vollem Speicher oder alten Konten sind im Handwerk die Regel. Eine Web-App, die sich auf den Startbildschirm legen lässt, umgeht das
Schlechtes NetzKeller, Neubau, Land: Kurze Verbindungsabbrüche dürfen keine Eingaben kosten
Pausen ohne RechnereiPause per Knopf oder beim Ausstempeln eintragen, statt Minuten im Kopf abzuziehen
Eigene Zeiten einsehenMitarbeiter wollen ihr Stundenkonto und den Resturlaub sehen – das schafft Vertrauen
Nachtragen mit GrundWer das Einstempeln vergisst, muss es selbst nachtragen können, nachvollziehbar begründet
Alles an einem OrtWenn Termine, Rapporte und Zeiten in einer App stehen, wird die App jeden Tag geöffnet – und das Stempeln nicht vergessen

Betriebsrat und Datenschutz

Eine elektronische Zeiterfassung ist eine technische Einrichtung, die Verhalten und Leistung der Beschäftigten erfassen kann. Gibt es einen Betriebsrat, hat er bei der Einführung und Ausgestaltung ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Ob erfasst wird, steht seit dem BAG-Urteil von 2022 nicht mehr zur Verhandlung – wie, sehr wohl.

Datenschutzrechtlich ist die Erfassung von Beginn, Ende und Pausen unproblematisch: Sie ist zur Erfüllung einer gesetzlichen Pflicht erforderlich. Heikler sind Zusatzfunktionen:

  • GPS-Ortung beim Stempeln oder dauerhaft: Für die Zeiterfassung nicht erforderlich und nur unter engen Voraussetzungen zulässig. Wer sie einsetzen will, sollte sich vorher beraten lassen.
  • Serverstandort: Personenbezogene Daten Ihrer Beschäftigten sollten in der EU verarbeitet werden, mit einem Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
  • Zugriffsrechte: Mitarbeiter sehen ihre eigenen Zeiten, das Büro alle – aber nicht jeder Kollege die des anderen.

Die Einführung in sechs Schritten

  1. Regeln klären, bevor die Software kommt. Wann beginnt der Arbeitstag – im Betrieb oder beim ersten Kunden? Wie werden Pausen gehandhabt? Was passiert mit Überstunden? Eine App kann keine Regel erzwingen, die niemand festgelegt hat.
  2. Einen Kollegen aus der Werkstatt mitnehmen. Testen Sie mit einem erfahrenen Monteur, nicht mit dem technikaffinsten Azubi. Wenn es für ihn funktioniert, funktioniert es für alle.
  3. Stundenkonten übertragen. Tragen Sie Überstundensalden und bereits genommenen Urlaub zum Stichtag ein. Sonst beginnt jeder bei null, und die erste Diskussion dreht sich um alte Zahlen.
  4. Einführung in zehn Minuten, gemeinsam. Alle holen die App aufs Handy, melden sich an, stempeln einmal ein und aus. Mehr braucht es am ersten Tag nicht.
  5. Stichtag und kurze Übergangszeit. Ab einem festen Datum gilt die App. Papier höchstens zwei Wochen parallel – länger, und niemand stellt wirklich um.
  6. Die ersten Wochen täglich prüfen. Fehlen Tage, sprechen Sie es sofort und freundlich an. Nach vier Wochen ist das Stempeln Gewohnheit.

Woran es in der Praxis scheitert

  • Zu viele Funktionen auf einmal. Zeiterfassung, Materialbuchung, Checklisten und Fotodokumentation am selben Tag einzuführen, überfordert. Beginnen Sie mit Termin und Stempeluhr.
  • Keine Rückmeldung. Wenn Mitarbeiter ihre Zeiten eintragen und nie wieder etwas davon sehen, wirkt das wie Kontrolle. Zeigen Sie ihnen das Stundenkonto – dann wird es ihr Werkzeug.
  • Das Büro tippt weiter ab. Wer parallel noch Excel pflegt, hat doppelte Arbeit. Die App muss die einzige Quelle sein, der Export geht an die Lohnbuchhaltung.
  • Keine Diensthandys, keine Absprache. Wenn Mitarbeiter private Smartphones nutzen, klären Sie das vorher – etwa mit einer kleinen Pauschale oder einem Firmengerät für die, die das nicht wollen.

Werki

Wie Werki dabei hilft

Werki ist eine Web-App: Sie läuft im Browser auf jedem Smartphone und lässt sich ohne App-Store auf den Startbildschirm legen. Die Stempeluhr liegt als Kachel auf der Startseite, Pausen laufen per Knopf mit, und wer das Ausstempeln vergisst, trägt die Zeit mit Begründung nach.

Die Monteure sehen ihr Stundenkonto und ihren Resturlaub, beantragen Urlaub in der App und haben ihre Termine und Rapporte am selben Ort. Die Daten liegen in einem Rechenzentrum in Nürnberg. Stundenstände und genommenen Urlaub aus der Zeit vor Werki trägt das Büro einmalig als Anfangsbestand ein.

Quellen

Etwas veraltet oder unklar? Schreiben Sie uns an info@werki-app.de.

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